Ein Song über das Bildungssystem – Geh auf Kurs?! – KI als Chance

Was soll das denn? Ein Lied über unser Bildungssystem? Und das im deutschen Liedermacherstil? Wieso macht man das?
Die Antwort ist länger
Es gefällt mir, wenn Menschen, wie beispielsweise Reinhard Mey, schonungslos Umstände besingen, ohne sie konkret zu benennen. Durch die Liedtexte wissen trotzdem fast alle, worum es geht. Beispielhaft wären das die Songs „Das Narrenschiff“ oder „Sei wachsam“. Beide Lieder sind schon etwas älter, aber aktueller denn je. Reinhard Mey ist ein großartiger Künstler und alles was jetzt hier folgt, hat mit ihm oder anderen Liedermachern gar nichts zu tun. Aber Mey war für mich eine Inspiration.
Würde das auch mit unserem Bildungssystem gehen?
Könnte man darüber auch ein Lied schreiben? Wie sollte ich das machen? Ich spiele rudimentär ein paar Akkorde auf der Gitarre, seit über 15 Jahren blogge ich zum Bildungssystem und habe darüber 2 Bücher geschrieben. Mein letztes Buch heißt „Bildungsfragen in Zeiten der KI“ und dort beschreibe ich, welche Möglichkeiten KI in der Bildungsfrage bietet und wie man damit arbeiten kann. Einer der wesentlichen Aussagen bei alledem ist auch, dass KI eine Erweiterung unserer Fähigkeiten darstellen kann.
Ein Beispiel
Vor 10 Jahren hab ich einen komplexen Algorithmus entwickelt, mit dem sich die Mediationsfähigkeit von Unternehmen bewerten lässt. In Folge kann man damit individuell auf Konfliktfelder reagieren. Es war bis dato eine Unmöglichkeit, diesen Algorithmus als digitale Anwendung umzusetzen. Nicht, weil es nicht gehen würde, sondern weil es einfach zu teuer gewesen wäre. Seinerzeit wurden mir 6-stellige Bereiche für die Programmierung genannt.
Im Rahmen eines Tests wurde klar, dass das Programmieren das eine ist, aber das Übersetzen von so vielen Kriterien und Gedanken an den Programmierer noch länger dauern würde als die eigentliche Programmierung. Kurzum. Das war nicht drin. Dann kamen 2022 die LLM´s und damit KI quasi für alle. Und jetzt, in 2026, konnte ich meine minimalen Programmierkenntnisse durch die KI so erweitern, als dass in zwei Wochen eine voll funktionsfähige Anwendung meines Algorithmus entstanden ist – mehr noch, das Ganze konnte sinnvoll erweitert werden. Klar wurde aber auch, die KI hätte den Algorithmus nicht erstellen können.
Was hat das jetzt mit dem Lied zu tun?
Ich kann kein Lied schreiben, geschweige denn die Melodie dazu. Aber ich kenne ein paar Grundelemente von Musik. Takt, Liedermacher Stil und die Art, textlich Inhalte zu beschreiben, sodass sie klare Hinweise auf Umstände geben, ohne diese direkt zu benennen. Jetzt habe ich meine Fähigkeiten mit KI erweitert und es entstand folgendes Bild:
- Ich extrahierte aus meinen Büchern relevante Textstellen, die für mich wichtig sind.
- KI sollte die zu einem Vorschlag herunterbrechen. (Das klappte, aber davon ist im endgültigen Text wenig übergeblieben).
- Ich nahm diesen Impuls und bekam die Idee für eine Text- und Themenstruktur.
- Ich konnte einen Liedtext erstellen, der mir gefällt und mich emotional anspricht (Ein wenig ein aus meinem Leben). Der KI-Anteil war am Ende noch um die 10 %.
- Mit https://elevenlabs.io/de fand ich eine Plattform, die via KI die Melodie dazu macht. Ich habe bewusst auf Voice Cloning verzichtet (meiner oder einer anderen Stimme).
- In der kostenpflichtigen Variante habe ich um die 10 Stunden herumprobiert und ein passendes Ergebnis erhalten. Am Ende waren es 14 Dollar.
- Mit klassischer Audio-Nachbearbeitung habe ich alles angepasst, bis mir das Lied gefiel.
- Die Datei wurde mit Metadaten versehen und dank ChatGPT konnte ich ein Cover erstellen.
Das Ganze ist nun auf YouTube zu hören und auch als mp3 Datei hier im Beitrag herunterzuladen (Rechte Maustaste – Herunterladen wählen). Nach rechtlicher Klärung ist es so, dass der Text urheberrechtlich geschützt ist. Das war aber auch nicht der Sinn der Sache. Ich würde mich freuen, wenn Menschen, die echte Musik machen, den Text nehmen und in eine andere oder neue Melodie einbetten. Hier ist der Liedtext.
Zusammengefasst
Bevor es KI in dieser Form gab, wäre ich zu alledem nicht in der Lage gewesen. Die erweiternden Fähigkeiten ermöglichen Dinge zu tun, die ich mir lange gewünscht habe. Ist das Lied perfekt? Sicher nicht. Muss es das sein? Sicher auch nicht. Die Unperfektion gehört zu uns Menschen. Geht es nach unserem Bildungssystem, dürfte dieses nach den (in Summe weniger als 1 Sekunde dauernden) Fehlern zu suchen. statt zu beschreiben, was an den restlichen 233 Sekunden positiv ist – beziehungsweise funktioniert. Kompetenzorientiert wäre, über die 233 Sekunden zu sprechen und zu reflektieren, was bei der Sekunde Fehler besser zu machen wäre. Das umgesetzt wäre das Ergebnis und das bedarf dann keiner Prüfung mehr.
Viel Spaß beim Hören und vielleicht beim diskutieren.
Und mein Beitrag ist keine Werbung für eine Plattform oder einen Anbieter. Die 14 Dollar habe ich selbst bezahlt.
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