5000 Jahre Kritik an Jugendlichen – Eine sichere Konstante in Gesellschaft und Arbeitswelt

a45f118f7e8a1c354d652bd19576a24bWas? 5000 Jahre? Niemand ist 5000 Jahre ähnlicher Ansicht über eine Thematik. Das fragte ich mich, als ich mich in letzter Zeit mit der Geschichte der Berufswahl und den vielseitigen Klagen über den Nachwuchs auseinandergesetzt habe. Dabei bin ich bei der Recherche in einen Zeitraum gekommen, der praktisch die ersten Mangelerscheinungen bei der Jugend auf Tontafeln dokumentierte.

Die Sammlung der folgenden Zitate weist nach, dass die „Vorgänger“ immer schon die „Nachfolger“ in einer Pauschalität abgewertet haben, wie es auch heute der Fall ist. Und obwohl es keine wissenschaftlichen Nachweise über reduzierte Intelligenz, Kompetenzverluste im Allgemeinen oder moralischen Verfall von Jugendlichen gibt, werden die Stimmen und Klagen über die „Jugendlichen von heute“ immer lauter. So möchte ich gerne ein Zitat hier mal vorweg nehmen, welches einen schönen Gegenpol auf jedes darauf folgende Zitat bildet:

„Die verschiedenen Altersstufen des Menschen halten einander für verschiedene Rassen: Alte haben gewöhnlich vergessen, daß sie jung gewesen sind, oder sie vergessen, daß sie alt sind, und Junge begreifen nie, daß sie alt werden können.“ (Kurt Tucholski, Der Mensch, Lerne Lachen ohne zu Weinen, 1931)

Beginnen wir nun mit den ältesten Klagen über die Jugendlichen. Die Jammerei über die schlechten Jugendlichen lässt sich bis in die Zeit der Sumerer zurück verfolgen. Damals, vor über 5000 Jahren entstanden die ersten Schulen und aus dieser Zeit stammt das erste Zitat…

  • „Die Jugend achtet das Alter nicht mehr, zeigt bewusst ein ungepflegtes Aussehen, sinnt auf Umsturz, zeigt keine Lernbereitschaft und ist ablehnend gegen übernommene Werte“ (Keller, 1989, ca. 3000 v. Chr., Tontafel der Sumerer).
  • „Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe“ (Keilschrifttext, Chaldäa, um 2000 v. Chr.)
  • „Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, sie ist böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein wie die Jugend vorher, und es wird ihr niemals gelingen, unsere Kultur zu erhalten“ (Watzlawick, 1992, ca. 1000 v. Chr., Babylonische Tontafel).
  • „Denn der Sohn verachtet den Vater, die Tochter steht wider die Mutter, die Schwiegertochter wider die Schwiegermutter“ (Micha 7, Altes Testament um 725 v. Chr.)
  • „Nicht ist der Vater dem Kind, das Kind dem Vater gewogen – Nicht ist der Bruder lieb, wie er doch früher gewesen; bald versagen sie selbst den greisen Eltern die Ehrfurcht“ (Hesoid, vor 700 v. Chr.)
  • „Die Kinder von heute sind Tyrannen. Sie widersprechen ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer“ (Sokrates, 470-399 v.Chr.)
  • „Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer. (Sokrates, 470-399 v.Chr.)
  • „[…] die Schüler achten Lehrer und Erzieher gering. Überhaupt, die Jüngeren stellen sich den Älteren gleich und treten gegen sie auf, in Wort und Tat“ (Platon, 427-347 v. Chr.)
  • „Was nun zunächst die jungen Leute angeht, so sind sie heftig in ihrem Begehren und geneigt, das ins Werk zu setzen, wonach ihr Begehren steht. Von den leiblichen Begierden sind es vorzugsweise die des Liebesgenusses, denen sie nachgehen, und in diesem Punkt sind sie alle ohne Selbstbeherrschung. […] zornmütig und leidenschaftlich aufwallend in ihrem Zorne. Auch sind sie nicht imstande, ihren Zorn zu bemeistern, denn aus Ehrgeiz ertragen sie es nicht, sich geringschätzig behandelt zu sehen, sondern sie empören sich, sobald sie sich beleidigt glauben. Auch hoffnungsreich sind sie, denn das Feuer, das dem Zecher der Wein gibt, haben die Jünglinge von der Natur […] sie tun alles eben zu sehr, sie lieben zu sehr und hassen zu sehr, und ebenso in allen anderen Empfindungen. Wenn ich die junge Generation anschaue, verzweifle ich an der Zukunft der Zivilisation“ (Aristoteles, 384-322 v. Chr.)
  • „Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen“ (Aristoteles, 384-322 v. Chr.)
  • „[…] bartlosen Jüngling, für Mahnworte harthörig, großspurig im Geldausgeben, hoch hinausstrebend, rasch im Begehren“ (Horaz, um 30 v. Chr.)
  • „[…] auf ihrem Höhepunkt kennt die Jugend nur die Verschwendung, ist leidenschaftlich dem Tanze ergeben und bedarf somit wirklich eines Zügels. Wer nicht dieses Alter nachdrücklich unter seiner Aufsicht hält, gibt unmerklich der Torheit die beste Gelegenheit zu bösen Streichen […] Unmäßigkeit im Essen, sich vergreifen am Geld des Vaters, Würfelspiel, Schmausereien, Saufgelage, Liebeshändel mit jungen Mädchen, Schändung verheirateter Frauen“ Als Gegenmaßnahme wird empfohlen „Hoffnung auf Ehre und Furcht vor Strafe […]. Diejenigen aber, die gegen alle tadelnden Vorstellungen taub sind, muß man durch das Joch der Ehe zu fesseln versuchen“ (Plutarch, ca. 45-125 n.Chr.)
  • „[…] daß man die Flammen der jugendlichen Leidenschaft nur mit Hilfe der klösterlichen Aufsicht und einer strengen Disziplin besiegen könne“ (Gregor von Tours, um 580 n. Chr.)
  • „[…] wenn der Knabe ins Jünglingsalter tritt, so hat er auch dann, weil sich dieses Alter ebenso leicht dem Bösen zuneigt, den Zügel der Zucht nötig“ (Vincent von Beauvais, 1250)
  • „Die Welt macht schlimme Zeiten durch. Die jungen Leute von heute denken an nichts anderes als an sich selbst. Sie haben keine Ehrfurcht vor ihren Eltern oder dem Alter. Sie sind ungeduldig und unbeherrscht. Sie reden so, als wüßten sie alles, und was wir für weise halten, empfinden sie als Torheit. Und was die Mädchen betrifft, sie sind unbescheiden und unweiblich in ihrer Ausdrucksweise, ihrem Benehmen und ihrer Kleidung“ (Mönch Peter, 1274)
  • „Der grenzenlose Mutwille der Jugend ist ein Zeichen, daß der Weltuntergang nah bevorsteht“ (nach Melanchton, um 1530)
  • „Das Sittenverderben unserer heutigen Jugend ist so groß, dass ich es unmöglich länger bei derselben aushalten kann. Ja, oft geschieht es, dass die nicht in Schranken gehaltene oder nicht gebührend ausgetriebene Zuchtlosigkeit eines einzigen Jünglings von ungesunder Triebkraft und verdorbenen Auswüchsen auch die übrigen noch frischen und gesunden Pflanzen ansteckt“ (ein Schulmeister 18. Jh.)
  • „Immer wieder wird die Wirksamkeit der Volksschule bei dem zunehmenden Sittenverfall diskutiert oder die immer lauter werdenden Klagen über die zunehmende Rohheit und Verwilderung unserer Jugend, besonders der erwachsenen Dorfjugend, erörtert“ (Allgemeine Schulzeitung, Darmstadt 1826)
  • „Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß bei der Schuljugend die früher kundgegebene Anständigkeit und das sittliche Benehmen […] mehr und mehr verschwinde“ (Regierungsbericht, 1852)
  • „[…] knapp 50 % aller Lehrlinge zeigen mangelhafte oder stark defizitäre Leistungen in der Mathematik“ (DIHK, 1965)
  • Zusätzlich bemängeln unsere Gesellschaft und die Wirtschaft eine allgemeine Abnahme von Wert- und Moralvorstellungen, sowie fehlende soziale und personale Kompetenzen (vgl. DIHK, 2010)
  • „Fehlende Disziplin, mangelnde Leistungsbereitschaft, geringe Belastbarkeit – die Azubis machen unseren Unternehmen Sorgen“ (DIHK-Chef Hans Heinrich Driftmann 2011)
  • „Auszubildende – faul, ohne Disziplin, kein Interesse. Jedes zweite Unternehmen klagt über mangelnde Disziplin und Belastbarkeit sowie fehlende Leistungsbereitschaft und Motivation. Jedes dritte bemängelt die Umgangsformen der Bewerber.“ (Die Welt, 21.8.2014 Zitat zur neuen DIHK Umfrage „Ausbildungsfähigkeit“)

… und so weiter und so fort. Der Unterschied zu früher ist heute jedoch, dass die Möglichkeiten der schnellen und unbegrenzten Verbreitung von Aussagen über Jugendliche, diese unmittelbar erreichen. Somit kann sich „der Jugendliche“ dann direkt angesprochen und abgewertet fühlen. Es wird für ihn nicht verständlich sein, dass die Klagen globale Aussagen sind und über den Kamm geschert pauschalieren. Gleichzeitig möchte ich darauf hinweisen, dass dieser Beitrag ironischerweise gleichermaßen einer Pauschalierung unterliegt. Möglicherweise ist genau dies der Grund für die immer gleiche Klage bestimmter Gruppen.

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26 Kommentare zu “5000 Jahre Kritik an Jugendlichen – Eine sichere Konstante in Gesellschaft und Arbeitswelt
  1. Sandra N. sagt:

    Durch einen Vortrag über Kinder mit Konzentrationsschwäche (aus beruflichen Gründen) wurden mir einige der hier gegebenen Zitate bekannt und gab mir den Anlass, zu recherchieren ob die Zitate tatsächlich existieren. Dabei stieß ich auf diese Seite und somit einige der Kommentare interessiert gelesen. Obwohl ich selbst Mutter von zwei Kindern im Alter von 16 und Jahren bin, muss ich dem Herrn Thomas F. in sehr vielen Punkten Recht geben. Die Entwicklung der heutigen Menschheit ist nicht vergleichbar mit der die bis ins einschließlich 19. Jahrhundert existierte. Es hat sich drastisch viel verändert, zahlreiche Forschungen und Theorien werden heutzutage unnötig missbraucht und erschreckend viel manipuliert. Die Zeit der Medien, in die unsere Jugend unvermeidbar hineinwächst, lässt die Menschheit in eine unbewusste Abhängigkeit und Verwirrung geraten. Doch leider ist es nicht zu stoppen. Ich habe zeitweise Diskussionen mit meinen Kindern, muss verkehrt veröffentlichte Berichte korrigieren und sie überzeugen dass vieles nicht der Wahrheit entspricht. Das ist eine regelrechte Zeitverschwendung, lieber würde ich die Zeit nutzen um sie einfach fließend bei der Entwicklung zu begleiten und auf dem richtigen Weg zu halten. Wir Eltern von heute müssen uns mit unnötigen Dingen herumschlagen, da es heute durch das Internet zu vielen Idioten einfach gemacht wird, unsere Kinder zu verwirren. Dabei steckt in unseren Kindern von heute so ein großes Potential. Ich bin stolz dass meine Kinder so sind wie sie sind und froh, dass ich mitbekommen, womit sie sich im Internet beschäftigen und mit mir darüber sprechen. Nur leider entgleiten zu vielen Eltern die Kinder, da ihnen gar nicht bewusst ist, was sie im Internet hineingetrichtert bekommen und davon auch noch überzeugt sind. Also.. unsere Kinder haben keine Schuld, sondern die Menschen, die den ganzen Mist unterstützen und auch Eltern, die zu wenig auf ihre Kinder achten und eingehen. Die Kinder sind ein Produkt ihrer Eltern = die Generationen, die unsere Welt mit deutlich weniger Wirr Warr erkunden und erleben durften. Leute, passt bitte mehr auf unsere Kinder auf, schließlich sind sie unsere Zukunft, so schwer es auch manchmal, wie in den letzten Jahrtausenden, mit ihnen ist.. wir waren alle mal schwere Kinder.. und unsere Kinder haben es sich nicht selbst ausgesucht in welch eine zu hohe Entwicklung, mit der kaum Erwachsene zurecht kommen, sie gerade gestoßen werden!

    • Bernd Engelking sagt:

      Das ist unmöglich was sie da schreibe. Als wären es nich sie gewesen, die ihren Kindern das Internet in die Hände gegeben haben. Dabei ist der schädlich Einfluss vor allem der Medien TV, Videospiele und Internet längst bekannt und von der Forschung bestätigt. Neben den schädliche entwicklungsstörenden Einflüssen, auf die ich jetzt nicht eingehe, ist der Hauptgrund, dass Kinder von anderen entwicklungsfördernden Dingen abgehalten werden.

  2. Thomas F. sagt:

    Ich möchte zu bedenken geben, dass die alten Kulturen, aus denen die Zitate stammen, untergegangen sind. Griechenland, Sumer, Babylon, Rom, Türkei, Ägypten etc.
    Man kann also durchaus diese Zitate jeweils als Zustandsbeschreibung eines „Anfangs vom Ende“ bezeichnen, die den Untergang aufgrund von Dekadenz, Faulheit und allgemeiner Lebensmüdigkeit ankündigt.
    Alle diese Kulturen hatten einen Zustand erreicht, in welchem die Nachkommen nicht mehr ums Überleben kämpfen mussten, sondern sich „ins gemachte Nest“ setzen konnten.
    Nichtstun ist auf Dauer nicht lebensfüllend. Also sucht sich die Jugend neue Kampfziele, meist die aktuelle Kultur, denen sie ihr gutes Leben verdankt. Damit fängt der Zerfall an und das ist auch gerade wieder in den westlichen Kulturen zu beobachten.

    Ich habe mal einen tollen Spruch gelesen. Auf Deutsch lautet er sinngemäß:
    „Schlechte Zeiten schaffen starke Menschen.
    Starke Menschen schaffen gute Zeiten.
    Gute Zeiten schaffen schwache Menschen.
    Schwache Menschen schaffen schlechte Zeiten.“

    An Punkt vier sind wir gerade.

    • Hallo Thomas F.
      Woher ist der sehr interessante Spruch?

    • Jan sagt:

      Also ich kenn mich nicht so gut mit jenen hier genannten aus die keine Griechen sind, aber was die Griechen angeht kann man da ganz eindeutig wiedersprechen. Sokrates,Platon und Aristoteles waren alle Alexander Vorgänger wobei letzter sogar sein Lehrer war. Das Alexanderreich als Untergang einer Kultur zu bezeichnen ist… Klar sind diese ganzen Hochkulturen irgendwann untergegangen, aber bestimmt nicht an den Leuten von denen in diesen Zitaten immer die Rede ist.

  3. Anonym sagt:

    Erstens die Sokrates Zitate werden (sehr wahrscheinlich) irrtümlich ihm zugeschrieben es gibt keine Beweise bzw. Schriften aus der damaligen Zeit die aufweisen das er dies jemals behauptet oder gesagt hat. Es wäre auch sehr widersprüchlich mit anderen Zitate von Sokrates wie z.B ,,ein ungeprüftes Leben ist nicht lebenswert“
    Würde ich also meinen Eltern nie widersprechen wäre mein Leben ja nicht lebenswert. Hinzu muss man sagen daß dieses Gerede mit der Jugend… So richtig erst im letzten Jahrhundert an Fahrt aufgenommen hat. Was auch nicht allzu verwunderlich ist wenn man sich die Umstände damals anschaut.Die Älteren die später dann (unteranderem)solche Aussagen getätigt haben hatten in ihrer Jugend (zumindest die meisten) nie die Möglichkeit sich ihres eigentlichen Wesen zu entwickeln dies wurde ihnen vorgegeben. Wie sich sich verhalten oder denken sollen damit wurde auch im frühsten Kindesalter begonnen was diesen Menschen im Nachhinein auch erschwerte dieses denken wieder los zu werden bzw. Zumindest Mal selbst zu überdenken ob dieses Verhalten/Denken auch ihrer selbst wirklich entspricht. Desweiteren waren sie nach den Kriegen gezwungenermaßen mit dem Wiederaufbau beschäftigt statt ihre Jugend auszuleben. Entsprechend kann man auch keinen großen Vorwurf solchen Menschen machen die solche Aussagen über die Jugend treffen den als ihre Jugend vorbei war mussten sie mit Ansehen wie viel Spaß und Möglichkeiten die nun jüngeren haben mit dem was sie unteranderem aufgebaut haben. Aber auch den jüngeren darf man keinen Vorwurf machen da sie nun die Möglichkeit hatten sich so zu entwickeln wie es ihrem Wesen entspricht was gleichbedeutend mit mehr Lebensfreude einhergeht was zur damaligen Zeit dann auch viele getan haben… Etwas was jeder Mensch mit Intellekt auch getan hätte wenn er die Möglichkeit dazu hätte.
    Hinzu sei gesagt das ich mit dem hir genannten Intellekt den Intellekt meine den es einem Menschen überhaupt ermöglicht sich seinem Wesen zu entwickeln und nicht einfach das denken und Verhalten bzw die Werte und Tugende der z.B Eltern… ,,ungeprüft“ annehmen ohne Mal für sich selbst tief im Inneren überprüft zu haben ob das auch auf sie eigentlich zutrifft.Bsp rechtes denken Kinder aus rechten Familien nehmen dieses denken mit auf obwohl sie vlt im Inneren eigentlich eher links sind aber da sie ihr ganzes Leben nichts anderes vermittelt bekommen haben und man seinen Eltern (von denen man als Baby und Kind ja abhängig ist und seine Existenz von aus macht… falls es einem Menschen nicht gelingt im Jugendlichen alter diese Abhängigkeit loszuwerden um zu bemerken dass man nun auch ohne sie existiert so wird er das denken und Verhalten der Eltern übernehmen da man ihnen ja) gefallen möchte andererseits nimmt man in Kauf seinen Eltern (aber auch dem Kollektiv) weniger zu gefallen um dafür sich seinem Wesen entsprechend zu entwickeln/leben.

    • Hallo. vielen Dank für den spannenden Gedankengang und Austausch. Schade, dass Sie anonym schreiben – Sie haben sich doch tiefgreifender damit beschäftigt.

    • Thomas F. sagt:

      Lese ich aus Ihren Zeilen korrekt, dass Sie die Auffassung vertreten, die heutige Jugend sei weniger manipuliert als die früheren Generationen? Das ist sehr gewagt! Ich bin 50+ Jahre alt und wurde in meiner Jugend weder von meinen Eltern, noch den Medien in eine bestimmte Richtung gelenkt.
      So war ich in der Schulzeit zuerst grün/links (weil ich dachte, die wollen die Welt verbessern) und heute bin ich nach einer Ansammlung recht großen Wissens um Kulturen, Religionen, politischen Systemen und Weltanschauungen konservativ und will unsere Kultur vor dem Untergang retten, auf den sie zusteuert.

      Die Abhängigkeit von anderen Menschen und deren Meinungen ist heute immens größer. Wenn man nicht das aussagt, was andere mit „Like“ quittieren, wird man ausgeschlossen oder fühlt sich zumindest so. Die ständige Bewertung des eigenen Denkens und Verhaltens durch andere kommt einer Dystopie recht nahe.

      In den ganzen Zeiten, aus denen die Zitate stammen, gab es eines nicht: Soziale Medien, über die ein Einzelner eine Bewegung anstoßen kann, auf die andere Menschen ohne jeden persönlichen Einsatz oder Risiko aufspringen und mit der Menschenleben zerstört werden können oder durch die Firmen pleite gehen, weil sie einem „persönlichen Gefühl“ nicht Folge leisten.

      Massen unwissender Menschen wird eher vertraut als wenigen Menschen mit fundiertem Wissen.

  4. Holger sagt:

    Interessant, dass eine für Deutsche „wichtige“ Zeitspanne immer (fast) nie vorkommt. Auch in der NS-Zeit hat die „Führung“ des Volks nicht gerade über die Bildung gesprochen. Die Menschen sollten ja als Konsequenz „umerzogen“ werden…. wäre vielleicht ja auch eine Idee mal noch einige Zitate aus dieser Zeit in die Auflistung zu ergänzen. ;9

  5. Tanja Kostelecky sagt:

    Vermutlich beklagen sich auch seit mindestens 5000 Jahren die Jugendlichen/ Jüngeren über die Älteren, die meinen, alles besser zu wissen. Das mag zwar vielleicht in der Realität bei vielen Dingen auch tatsächlich so sein, nur sollte man jüngeren Menschen deshalb trotzdem nicht vermitteln, dass sie deswegen total unwissend und schlechter sind.

    • heureka47 sagt:

      Das eine wie das andere gehört m.E. zu der „Krankheit der Gesellschaft“, die schon mehr als 10.000 Jahre in der zivilisierten Gesellschaft grassiert – evtl. sogar schon 74.000 Jahre (wenn man die „Toba-Katastrophe“ als Auslöser annimmt).

      Meinen Erfahrungen uznd Erkenntnissen zufolge ist diese „Krankheit der Gesellschaft“ eine „kollektive Neurose“, wie der (Gattungs-)Begriff in der Soziologie heißt; und ich nenne die kollektive Neurose der „zivilisierten Gesellschaft“ die „Kollektive Zivilisations-Neurose“ (KZN). Die besteht aus den individuellen Neurosen der (großen Mehrheit der) Mitglieder des Kollektivs.

      Neurosen entstehen bei naturwidrig ungeheilt bleibenden Traumatisierungen / seelischen Verletzungen – was in der zivilisierten Gesellschaft die (Mehrheits-)Normalität ist.

      Grundlegende Heilung bleibt aber immer möglich und zwar auf dem ganz natürlichen Weg des „Aufstiegs“ zur höheren Bewußtseins- / Seins-Ebene. Das Potenzial dazu trägt der Mensch unverlierbar lebenslang bei sich: die Seele.

  6. Anonym sagt:

    Meine Theorie darüber ist, dass es auch ein unbewusster Abwehrmechanismus der älteren ist, deren Gesundheit, Lebenslust und Sexualität oft schwindet und damit der Misgunst gegenüber den Jugendlichen ihren Unmut zu eröffnen, die noch in der Blüte ihres Lebens stehen.

  7. Thomas F. sagt:

    Klar haben die Alten immer schon über die „wilden Jungen“ gemeckert. Dabei ging es aber nie um deren nachweisbar immer weiter abnehmende Bildung.
    Dieses Phänomen tritt erst seit den letzten 20-30 Jahren auf und es gibt eine Menge Gründe dafür. Einer ist sicher, dass Schüler nicht mehr wirklich bestraft werden dürfen, egal was sie tun. Heute erklagen Eltern bessere Noten für ihre dummen oder faulen Kinder, früher haben sie dafür gesorgt, dass sie sich ändern und mehr lernen.
    Ein weiterer Grund ist die fast völlige Fokussierung auf Smartphone und Chatten. Es interessiert die meisten Jugendlichen eher, zu jeder Minute zu wissen, was die Freunde tun, als sich um einigermaßen wichtige Dinge zu kümmern. Die Sprech- und Schreibfähigkeit hat auch nachweislich stark abgenommen.

    Allerdings gibt es immer noch lobenswerte Ausnahmen. Ich bin vor Jahren durch Zufall auf ein Forum gestoßen, in welchem sich Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren über Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ünterhielten auf einem Niveau, welches die meisten Erwachsenen nicht erreichen. Ich dachte zuerst, ich sei bei Außerirdischen gelandet. 🙂

    Diese Menschen werden vermutlich die Wirtschaftsbosse und Politiker unserer Zukunft werden. Der Rest dient als Wahlvieh wie schon heute.

    Viele Grüße
    Thomas

    • Achim Gilfert sagt:

      Hallo Thomas. Du schreibst: „Dabei ging es aber nie um deren nachweisbar immer weiter abnehmende Bildung.“
      Würdest du bitte einen Hinweis auf den Nachweis hinzufügen? Ich kenne nur die Effekte von Kompetenzverschiebungen. Die Frage bei abnehmender Bildung ist auch, ob das Bildungssytem durch z. B. mangelnde Anpassung diese verursacht. Sofern überhaupt nachweisbar.
      Vielen Dank
      Achim Gilfert

      • Thomas F. sagt:

        Heute muss ich sicher keine Belege mehr dafür bringen, oder? Man muss sich nur die immer weiter sinkenden Anforderungen für schulische Leistungen und den Polizeidienst anschauen.
        Ich bin überzeugt, dass kaum ein heutiger Abiturient ein Abitur von vor 30 Jahren schaffen würde. Die regen sich ja schon auf, wenn die Abiturfragen nicht genauso formuliert werden, wie sie es auswendig gelernt haben.

    • Johannes Clair sagt:

      Lieber Herr F.,
      die Zitate oben haben Sie offenbar nicht gelesen. Da steht exakt das Gegenteil Ihrer Behauptung, zuletzt im Zitat von 1965.
      Interessant und vor allem peinlich, immer wieder Kommentare unter Artikeln zu lesen, die nichts mit dem Artikel zu tun haben.
      „Überschriftenfokus ohne Inhaltskenntnis“ scheint ein Beleg für Sittenverfall und mangelnde Bildung zu sein 😉 😛 😀

      • Hallo Herr Clair. Ich Sie gerne etwas fragen. Der Blog macht viel Arbeit. Ihr Kommentar bezieht sich nicht auf den Artikel, sondern auf einen Kommentar eines Nutzers, der Ihnen nicht gefällt. Wäre es Ihnen möglich, neben Ihrer Kritik an dem Kommentar auch einen inhaltlichen Beitrag zum Artikel zu geben? Mit freundlichem Gruß. Achim Gilfert

      • Thomas F. sagt:

        Peinlich ist, wenn man die Argumente anderer nicht zu entkräften versucht, sondern sie ins Lächerliche ziehen will, indem man sie peinlich nennt. 😀

  8. Axel Hombach sagt:

    Gibt es genaue Quellen-Angaben zu den Zitaten?

    Besonders was die Griechen, wie Sokrates, Platon, Hesiod, Aristoteles würden mich die genauen Quellen interessieren.

    HG. Axel

    • Hallo Herr Hombach,
      bitte entschuldigen Sie die späte Antwort. Ich habe diesen Beitrag nach einem längerem Gespräch mit einem mittelständigen Betrieb Mitte 2012 geschrieben und veröffentlicht. Hier beklagten die Verantwortlichen sich wieder über die Jugendlichen. Ich habe damals die Zitate teilweise über Online Beiträge, Bücher und Google Books gesucht und gefunden. Die Zitate entstammen auch von Dritten, wie z.B. aus Watzlawiks gefilmten Vortrag „Wie wirklich ist die Wirklichkeit“ https://www.youtube.com/watch?v=M7aMmiMrYmU , der als solcher auch interessant ist. Die Zitateschnipsel, die aus Google Books entnommen wurden, habe ich nicht gespeichert und kann Ihnen diese somit nicht wiedergeben bzw. nachvollziehen. Hätte ich geahnt, welche Resonanz dieser Beitrag erhält, wäre es sicher anders gekommen. Wenn Sie books aufrufen und die Suche über die Zeiten und die Verschlagwortung ausführen, finden Sie die entsprechenden Stellen. Dazu gehören auch die Zitate der Griechen, wobei 2 davon dem Skript der Geschichte der Bildungswissenschaft der Fernuni Hagen entstammen. Diese Unterlage ist nicht öffentlich und war damals nur Fernuni Studenten zugänglich. Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine einigermaßen befriedigende Antwort geben. Der Blog ist nicht kommerziell und die Beiträge schreibe ich in meiner arbeitsfreien Zeit. Mit freundlichen Grüßen – Achim Gilfert

  9. Tim Koch sagt:

    Die Jugend „Auf dem besten Wege in die absolute Verblödung“
    Die Welt 18.7.2013
    „Wir brauchen eine neue Bewegung aus der Zivilgesellschaft heraus, wenn humanistische Werte in unserem Bildungssystem wieder eine Rolle spielen sollen. Wenn das nicht passiert, sehe ich für die Jugend schwarz.“

    http://m.welt.de/vermischtes/article118147140/Auf-dem-besten-Wege-in-die-absolute-Verbloedung.html

  10. Peter Nolte sagt:

    „Wer die politische Einstellung der Studentenschaft kennt, weiß, wie wenig ihr Lebensläufe, der Leistungsgedanke oder Arbeit im Allgemeinen bedeuten. Genau deshalb ist es an der Zeit, eine neue gesellschaftliche Debatte anzustoßen. Auch das BAföG sollte davon nicht verschont bleiben.“

    Die Welt 27.04.2015
    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article140153465/Das-weltfremde-Anspruchsdenken-deutscher-Studenten.html?wtrid=socialmedia.socialflow….socialflow_facebook&kid=conv_fb

  11. Ich habe mir den Beitrag von Herrn Beier, der auf diese Seite linkt, aufmerksam durchgelesen. Neben vielen Dingen gefällt mir sehr das punktgenaue und sehr schön beschriebene Fazit. Das ist wirklich sehr schön geschrieben. Dies hier ist der Beitrag: https://markersdorf.de/40352/was-ist-nur-mit-der-jugend-los/

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  1. […] Immerhin lässt sich die Unzufriedenheit mit jungen Leuten seit rund 5.000 Jahren nachweisen, die Zitatesammlung auf bildungswissenschaftler.de beginnt in jener Zeit und endet in der jüngsten Vergangenheit. So wird beispielsweise der Chef des […]

  2. […] der angebliche Werteverfall (der übrigens schon vor Jahrtausenden bemängelt wurde, wie dieser Artikel beweist) Die Zukunft hat Hochkonjunktur könnte man meinen. Überall ist die Rede von der […]

  3. […] Mehr Zitate und Informationen zu diesem Thema unter hier. […]

  4. […] Sokrates wird zitiert mit: „Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte.“ Heute würde man hinzufügen: Ist Handysüchtig, ungebildet und vielleicht sogar Kapitalismusunfähig. Sicher jedoch Bindungs- und Beziehungsunfähig und natürlich auch unsozial, unengagiert und sowieso. […]

  5. […] über ‚die heutige Jugend‘ aufzuregen, ist eine Tradition, die so alt ist wie die Menschheit selbst. Jeder kennt das Zitat von Aristoteles, der bereits im 4. […]

  6. […] Negativen beeinflusst. Das gab es schon vor hunderten Jahren und wird es auch in Zukunft. Hier eine Auflistung alter Zitate die mit den Verfall der Jugend zu tun […]

  7. […] war übrigens nicht der einzige in der Antike, der diese Befürchtung […]

  8. […] Was der Spiegel nicht so deutlich beschreibt: dieses Ergebnis ist eine absolute Sensation in 5000 Jahren Menschheitsgeschichte. Ja: seit 5000 Jahren meckern die Eltern über die „Jugend von Heute“. Lauschen wir mal den alten Sumerern (siehe Bildungswissenschaftler.de): […]

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