Glückwunsch: Jugendliche und junge Erwachsene dürfen aus 448 Berufen und mehr als 20.000 Studiengängen wählen!

Glückwunsch: Jugendliche und junge Erwachsene dürfen aus 448 Berufen und mehr als 20.000 Studiengängen wählen!<br><img class="text-align: justify" src="https://bildungswissenschaftler.de/wp-content/uploads/2013/07/praxis_120.png"/><img class="text-align: justify" src="https://bildungswissenschaftler.de/wp-content/uploads/2013/07/theorie_120.png"/>

Auch im aktuellen Jahr 2021 konnten junge Menschen wieder zwischen vielen Optionen im Bildungssystem wählen.

Die Zahlen

Die aktuelle Anzahl der Ausbildungsberufe gibt das Bundesinstitut für berufliche Bildung (BiBB) mit 324 an. Diese finden sich in Industrie und Handel, Handwerk, Landwirtschaft, Freie Berufe, öffentlicher Dienst und Hauswirtschaft. Die Dauer der Berufe liegt zwischen 2 und 3,5 Jahren.

Statista weist im Bereich der Studien für das Wintersemester 2020/2021 in Deutschland 18.745 verschiedene Bachelor- oder Masterstudiengänge aus (Es sind etwas mehr Bachelor als Masterstudiengänge). Insgesamt sind es mit kirchlichen Abschlüssen und anderen sogar 20.359 Studiengänge.

Das Problem

Eigentlich dürfte es jedem einleuchten, dass eine Wahl nur die Folge eines längeren Prozesses sein kann und auch nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist. Dazu gehört unter anderem die Art und Weise, wie mit Informationen umgegangen wird.

Üblicherweise werden in der Berufsorientierung in Deutschland die Sachinhalte erläutert und was man mit einem Beruf oder einem Studium so alles machen kann. Und es werden Annahmen getroffen, wie viel man damit verdienen kann oder welche Perspektiven im Leben mit dem Gewählten möglich seien. Diese Annahmen sind dazu oftmals individuelle Meinungen, die keine wirkliche Aussagekraft hinsichtlich einer Realisierung haben werden. Kurzum, es wird immer versucht, den Inhalt von Berufen und Studiengängen aufzuzeigen und in den Fokus zu nehmen.

Es ist daher in der Berufsorientierung von großer Relevanz, wenn die Jugendlichen über die verschiedenen Wege im Umgang mit Sachinformationen sowie Kommunikationskompetenzen fachgerecht und fundiert vermittelt bekommen.

Es gilt auch zu bedenken, dass eine Wahl für eine Option aus beispielsweise 448 Berufen eine Entscheidung gegen 447 Berufe ist. Auf das Studium bezogen ist die Zahl noch viel höher. Also lässt sich auch die Frage stellen, wie man es fertig bringt, sich gegen so viele Optionen zu entscheiden. Das ist ein Teil der Konsequenzen von Multioption.

Multioption

Wir orientieren unter anderem, weil es so viel Auswahl gibt. Multioption ist ein Begriff dafür, dass Menschen eine so große Vielzahl an Möglichkeiten zur Verfügung steht, sodass eine Entscheidung schwer möglich ist und aufgrund von Überforderungseffekten zu inneren und äußeren Konflikten führen wird. Darunter fallen beispielsweise Orientierungslosigkeit, Hilflosigkeit, Unsicherheit, Angst, Rückzug, Aggression oder auch mangels Verständnisses ein starkes Kritikverhalten. Berufsorientierung in Deutschland ist ein Musterbeispiel für Multioption. Einer der Möglichkeiten, dieser zu begegnen ist Normierung. Einfach damit wir hier noch irgendetwas handhaben können. Multioption liebt Normierung – und das ist, was wir auch in der Berufsorientierung erleben.

Multioption wünscht sich folgenden Menschentyp

„Am reibungslosesten fügt sich die multioptionale Gesellschaft in die postmoderne Mentalität ein. Sie ist bestimmt durch die Grundorientierung an ständiger Neuorientierung. […] Multioptionalität, Experimentierfreue und ein Leben in Paradoxien kennzeichnen eine solche Existenz.“ Sinus Sociovision.

Herzlichen Glückwunsch!

Multioption und Berufsorientierung ist, neben anderem, auch Thema in meinem Buch zur Kommunikationsqualität. Für mehr Infos klicken Sie auf das Banner.

©2021 Achim Gilfert. Dieser Beitrag ist zur Weiterverbreitung nach den in diesem Blog veröffentlichten Regeln zum Urheberrecht veröffentlicht. Diese Regeln finden Sie hier: Urheberrechtshinweise. Die Datenquellen sind im laufenden Text verlinkt.

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