Nicht viel neues im Land – die Fachkräftestrategie der Bundesregierung bis 2027

Nicht viel neues im Land – die Fachkräftestrategie der Bundesregierung bis 2027 <br><img class="text-align: justify" src="https://bildungswissenschaftler.de/wp-content/uploads/2013/07/theorie_120.png"/><img class="text-align: justify" src="https://bildungswissenschaftler.de/wp-content/uploads/2013/07/praxis_120.png"/>

Da ist sie nun Anfang der Woche eingetrudelt. Die Fachkräftestrategie der Bundesregierung bis 2027. Dieser Blog bearbeitet die Breiche der Übergänge Schwelle 1 und 2, weshalb ich hier vornehmlich auf den Punkt 3 in dem Papier eingehen möchte. Sie können sich die Publikation über die Fachkräftestrategie hier herunterladen.

Neben einer seitenlangen Darstellung der allgemeinen Problemlage werden in den Punkten 3 und folgend einige Ansätze erläutert, die angegangen werden sollen. So sollen die Jugendberufsagenturen ausgebaut werden, die vornehmlich zur Effizienzsteigerung der Zusammenarbeit von Jugendamt, Jobcenter und Bundesagentur für Arbeit gegründet wurden. Im Weiteren werden Weiterbildungsbemühungen erläutert, die alle Gruppen erhalten sollen. Dazu soll KAoA weiter ausgebaut und genutzt werden. Hier wird zu großem Teil das Übergangssystem gestärkt, da in diesem Rahmen viele Trägeraufträge abgewickelt werden. Gleiches gilt für eine Ausweitung Assistierter Ausbildung und Einstiegsbegleitungen. Beides wirkt ebenfalls verstärkend in das Übergangssystem. Dazu soll es eine Ausbildungsplatzgarantie geben.

Das hört sich ersteinmal sehr gut an. Schaut man sich an, dass es sich bei Ausbildungsverträgen um Privatverträge, zum Beispiel zwischen einem Betrieb und einem Jugendlichen, handelt, wird deutlich dass der Staat hier nicht eingreifen kann. In der Strategie steht auch, dass vorrangig betriebliche Ausbildugnsverhältnisse bedient werden sollen. Es steht nicht in der Strategie, was nachrangig ist. Das sind eben geförderte Ausbildungsplätze. Simpel gesagt – hat ein Jugendlicher keinen Ausbildungsplatz garanitert der Staat diesen in Form von Maßnahme oder Finanzierung. Damit haben wir eine weitere und doch schon ziemlich umfangreiche Stärkung des Übergangssystems. Dies hat Auswirkungen auf Unternehmen. Am Beispiel von Friseuren habe ich vor einigen Jahren mal einen Beitrag dazu gemacht. Dieser Beitrag ist aus 2014 und die Lage der Friseure hat sich geändert. Ich mache nur hinsichtlich der Konsequenzen fremd finanzierter Ausbildung darauf aufmerksam.

Sehr schön finde ich in der Tat, dass Verbundausbildung stärker gefördert werden soll. In diesem kooperativen Gedanken sehe ich viel Potential, sofern sich Betriebe zusammentun und gemeinsam die Ausbildung da übernehmen, wo es einer nicht alleine kann.

Damit schließe ich den Beitrag, denn mehr hat das Papier in meinen Augen und mit Blick auf die praktischen Realitäten nicht im Köcher. Vielleich ergeben sich noch Maßnahmen und Initiativen, die auf den Vorschlägen basieren. Lt. Statistik fehlen derzeit bis 400.000 Fachkräfte pro Jahr und 2027 sollen es in der Spitze 780.000 sein. Auf den ersten Seiten der Strategie sind die Daten sehr gut dargestellt.

Hier geht es zu einem Bild, in dem die Übergänge grafisch sichtbar gemacht werden. Ich erinnere mich noch an eine Zeit (um 2009), in welcher man darauf hinwies, dass es gar kein Übergangssystem gibt. Die Kosten des Übergangssystems wurden für 2019/2020 durch das BiBB mit knapp 4 Millarden Euro angegeben. Neuere Zahlen gibt es nicht. Es gibt zum Übergangssystem sehr kritische Stimmen, die Sie auf diesem Blog hier und da ausführlicher finden werden.

Sollten Sie in der Strategie weitere spannende Inhalte finden, die bei Lösungen einen Effekt erzielen, den wir zur Zeit noch nicht haben, schreiben Sie das bitte in die Kommentare.

©2022 Achim Gilfert. Dieser Beitrag ist zur Weiterverbreitung nach den in diesem Blog veröffentlichten Regeln zum Urheberrecht veröffentlicht. Diese Regeln finden Sie hier: Urheberrechtshinweise.

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